An Bord der A-ROSA Stella: Das Leben ist ein langer ruhiger Fluss

Eine Flusskreuzfahrt ist eine äußerst entspannte Angelegenheit

Eine Flusskreuzfahrt ist eine äußerst entspannte Angelegenheit, die alle Passagiere den Alltag vergessen lässt. Vorbei an Landschaften und historischen Städten führt die Route von Lyon bis nach Arles. © A.Freyer

Unterwegs auf der Rhône und Saône mit der A-ROSA Stella: Eine Flusskreuzfahrt ist eine äußerst entspannte Angelegenheit, die alle Passagiere den Alltag vergessen lässt. Vorbei an Landschaften und historischen Städten führt die Route von Lyon bis nach Arles. Unsere Autorin Anja Freyer war mit an Bord und hat sich auf ihrer ersten Flusskreuzfahrt bestens erholt.

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Eine Flusskreuzfahrt – ist das nicht eine Spur zu entspannt für dich? Ungläubige Blicke meiner Freunde, die meine sonstigen Urlaube mit wilden Trekkingtouren und anstrengenden Safaris, Übernachtungen bei thailändischen Bergbauern und Expressausflügen in Millionenmetropolen kennen. Sie sagen entspannt und meinen eigentlich langweilig. Ja, genau. Entspannt soll es sein. Sehr sogar und was die Langeweile angeht, habe ich gar keine Bedenken. Eine Kurzreise mit der A-ROSA Stella auf der Rhône und Saône soll meinen trubeligen, bisweilen hektischen Alltag unterbrechen. Ich stelle mir vor, wie sanfte Hügel, saftige Wiesen, historische Weinschlösschen  an mir vorbeiziehen, während ich mit etwas Tee und Gebäck an Deck sitze – und werde nicht enttäuscht.

© A-ROSA Flussschiff GmbH

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Die Lady schnurrt leise

Die Entschleunigung beginnt nach einem kurzen Flug nach Lyon, einem noch kürzeren Transfer zum Anleger direkt mit dem ersten Schritt an Bord der A-ROSA Stella. Die Kussmund-Lady wartet geduldig auf ihre Passagiere und mit dem letzten verstauten Koffer – pünktlich zum Abendessen – macht sie sich auf den Weg in Richtung Norden zum südlichsten Burgund-Städtchen Mâcon. Die erste Überraschung: Das Schiff schnurrt , mit seinen immerhin gut 125 Metern Länge, gemächlich und leise auf der Wasserstraße. Kein Rumpeln, Rütteln, kein Tuckern oder Stampfen. Die Bewegung lässt sich allein an der zügig wechselnden Landschaft erkennen. Beste Aussichten für eine ruhige erste Nacht an Bord eines Flusskreuzers – und natürlich die Garantie, dass auf dieser Reise niemand seekrank wird.

Meine erfahrenen Mitfahrer, eine fröhliche Reisegruppe aus dem Süddeutschen, warnen mich allerdings vor den nächtlichen Schleusen, die offenbar nicht immer ganz geräuschlos der A-ROSA Stella ebenso wie ihrem Schwesterschiff A-ROSA Luna, die eine ganze Weile parallel auf unserer Route die Saône befährt, helfen, die unterschiedlichen Wasserstände zu überwinden. Es stellt sich heraus: In meiner wunderbaren Kabine mit Blick aus den bodentiefen Fenstern auf die Wasserlinie ist nahezu nichts zu hören und zum Frühstück hat unser schwimmendes Hotel bereits direkt am Kai der Altstadt von Mâcon festgemacht.

Anlegen, wo das Leben spielt

Der unschlagbare Vorteil von Flusskreuzfahrtschiffen offenbart sich sofort: Sie schippern ins pralle Leben der Städte, halten dort, wo die Altstadt meist zu Fuß zu erreichen ist und oft sind bunte Märkte oder belebte Plätze mit Cafés und Restaurants nur ein Steinwurf entfernt. Gerade Reisende, die gerne auf eigene Faust eine fremde Stadt kennen lernen möchten, haben die Gelegenheit, unkompliziert ihre Entdeckungen zu machen. Große Vorbereitungen sind für den Landgang nicht nötig und auch ohne Transfer gibt es in Schiffsnähe stets etwas zu sehen.

© A.Freyer

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Für das berühmte Kloster Cluny, bis zum Bau des Petersdomes in Rom die größte Kirche der Christenheit, müssen die A-ROSA-Passagiere allerdings in den Bus steigen und gemeinsam mit einem Guide – in diesem Falle ist es Ingeborg – die gewaltige Klosterruine ansteuern. Die Fahrt durch Weinberge und Dörfchen wird von einer bestgelaunten Ingeborg sachkundig kommentiert und das Nieselwetter passt eigentlich recht gut zum Szenario rund um die mächtigen Mauern des ehemaligen Klosters. Der Ausflug ist maßgeschneidert auf die Gruppe vom Schiff, per Audiogerät haben alle die Reiseleiterin und ihre Anekdoten zu einer tausendjährigen Klostergeschichte im Ohr.

Trekkingräder an Bord

Wer also seinen Radius ums Schiff ein wenig vergrößern möchte oder grundsätzlich eher Spaß an geführten Ausflügen hat, wird von der A-ROSA-Crew bestens mit ganz unterschiedlichen Angeboten versorgt. Kultur, Sport, Shopping, Historie oder Architektur – nahezu jedes Interesse wird bedient. So radeln die sportbegeisterten Urlauber auch mal gerne eine Strecke neben der A-ROSA Stella her und steigen beim nächsten Stopp wieder zu. Die Reederei hat sich dafür extra pro Schiff mit jeweils 16 eigenen Trekkingrädern eingedeckt. Entlang der Route Rhône/Saône hält die A-ROSA Stella nicht nur weiter nördlich in Tournus und Chalon-sur- Saône, sondern auch im Süden in La Voulte, Vieviers, Avignon sowie Arles und schließlich zweimal in Lyon.

© A.Freyer

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Gemächlich genießen

Bei aller Lust auf Aktivitäten finden auch Reisende, die sich lieber mal zurücklehnen, entspannen und ausruhen wollen, an Bord ihren Spaß. Natürlich können die Schiffe auf dem Fluss mit ihren Hochseekonkurrenten, die mit ihren Hochseilgärten, Golfanlagen, Kletterwänden und Basketballfeldern mittlerweile fast schon besser ausgestattet sind als ein mittelgroßer Freizeitpark, nicht mithalten. Ist auch gar nicht angestrebt, denn selbst das Bordleben ist der Art zu reisen – gemächlich, aber ausgiebig genießen – angepasst. Maximal 174 Gäste in 86 Außenkabinen finden an Bord Platz, ein überschaubares Publikum,  das sich bei einer Partie Shuffle Board an Deck vergnügt oder den Puls im Fitnessbereich hoch treibt, das in der Panoramasauna schwitzt oder im Außenpool abkühlt (jeweils mit Blick auf den Fluss). Massage oder Beauty, Wellness oder Personal Training – die freundliche Crew ist auf alles vorbereitet.

© A-ROSA Flussschiff GmbH

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Bei allen Angeboten habe ich mich allerdings schnell auf eine Lieblingsbeschäftigung festgelegt: Im Liegestuhl auf Deck – mal mit, mal ohne wärmende Wolldecke – genieße ich den Blick auf Fluss und Landschaft, beobachte vom Schiff aus Menschen in ihren Gärten, Kühe auf ihren Weiden und Angler am Ufer. Ich kann mir in diesem Moment eigentlich nichts vorstellen, was ich lieber täte.

Flotter, freundlicher Service

In Frankreich sowieso aber auch an Bord der A-ROSA-Schiffe nehmen gutes Essen und erlesene Weine einen wichtigen Platz ein. Der Tag beginnt mit einem üppigen Frühstücksbüffet, wie man es eben aus guten Hotels kennt und auch erwartet. Der Service ist – während aller Restaurantzeiten –unaufdringlich, flott und freundlich. Gerne erfüllt der Küchenchef Sonderwünsche, bei der Anzahl der Gäste ist das immer mal möglich. Am Mittag tischt das Küchenteam leichte Küche auf, abends geht es gerne auch deftiger zur Sache, beispielsweise am „Winzerabend“ mit rustikalen kalten Platten und natürlich dem passenden Wein dazu.

© A-ROSA Flussschiff GmbH

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Wunschkonzert mit Bruno

Das Entertainment-Programm ist im Vergleich zu Hochseekreuzfahrten auf den Flüssen relativ schlicht oder um es genau zu sagen: nahezu nicht existent. Der tschechische Alleinunterhalter Bruno müht sich redlich, Passagiere auf die Tanzfläche zu kriegen, selbst seine exzellente Ausbildung am Konservatorium und ein echtes Wunschkonzert führen nicht so recht zum Erfolg. Flusskreuzfahrer sind offenbar keine Nachteulen. So gegen neun Uhr am Abend hat die Kondition der Gäste in der Bar bereits schwer nachgelassen, viele verabschieden sich, allerdings durchaus zufrieden, in die Kabine. Im Laufe der Woche werden die Urlauber zwar tanzfreudiger und auch konditionsstärker, aber im Grunde ist es den meisten lieber, am nächsten Morgen frisch und fit auf der Matte zu stehen, um sich eine neue Stadt zu erwandern oder mit dem Rad zu erkunden.

Lockere Atmosphäre

Die Atmosphäre an Bord ist locker, das Ambiente stil- und geschmackvoll. Mir kommt es sehr entgegen, dass die Kleiderordnung keine Rolle spielt. Jeder trägt, was ihm gefällt, und wer es ein bisschen festlicher mag, darf das auch. Ich schaffe es gerade noch, eine kurze Nachricht per Handy an meine Zweifler im Freundeskreis abzusetzen: Entspannung und Genuss rundherum. Für mehr Zeilen bleibt mir keine Zeit – und auch nicht für Langeweile.

Infos für eine Reise mit der A-ROSA Stella

Schiff:
Die A-ROSA Stella befährt ebenso wie ihr Schwesterschiff, die A-ROSA Luna, die Rhône und Saône in Südfrankreich. Die Route beginnt in Lyon, führt zunächst nördlich bis nach Chalon-sur- Saône und bringt die Passagiere bis in den Süden nach Arles. Auf dem Weg legen die Flusskreuzfahrtschiffe in Tournus, Mâcon, La Voulte, Vieviers und Avignon an.

Sehenswert auf der Route:
A-ROSA hat ein pralles Ausflugspaket gepackt. Wer Lust auf Kultur und Geschichte hat, sollte sich das Kloster Cluny in keinem Fall entgehen lassen – tausend Jahre Klostergeschichte. Lyons Altstadt hat die UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, sie ist übrigens wunderbar zu Fuß zu erkunden. Dijon ist zwar vor allem für seinen Senf berühmt, die engen Gassen und hellen Plätze begeistern aber ebenso die Besucher.

Aktivitäten an Bord:
Pool (beheizt), Spa-, Fitness- und Wellnessbereich mit Dampfsauna und Panoramasauna, Massagen und Beautyanwendungen, Putting Green, Shuffle Board. Themenabende im Restaurant.

Beliebte Mitbringsel:
Natürlich der Senf aus Dijon, Schokolade sowie Spezialitäten aus der Region wie die berühmten Burgunderweine oder Lyoner Wurst.

Unbedingt machen:
Nach einem Ausflug den Tag im Spa- und Wellnessbereich mit einem zünftigen Saunagang ausklingen lassen.

Unbedingt vermeiden:
Zu spät vom Landgang zurückkehren und riskieren, dass das komplette Schiff auf die letzten Passagiere warten muss.

Daten & Fakten

Reederei: A-ROSA Flussschiff GmbH
Flagge: Deutschland
Baujahr: 2005
Bordsprache: Deutsch
Bordwährung: Euro
Länge/Breite: 125,8 m/11,4 m
Antrieb: zweimal 800 kW/insgesamt 2.174 PS
Passagierdecks: 4
Passagiere/Kabinen: 174/86
Spannung: 220V

 

Anja Freyer

Redakteurin, Stipendium und Studium an der University of Indianapolis/USA. Berufserfahrung als Journalistin und Redakteurin für deutsche und amerikanische Tageszeitungen, Kulturredakteurin der Neuen Presse Hannover, freiberuflich für Medienagenturen in der Wirtschaft und im Tourismus unterwegs.