Ein Kreuzfahrtschiff namens Lady Di

Es gibt Krimis – und es gibt britische Krimis: Die Protagonisten sind charmante Exzentriker, die kunstvoll verwobene Handlungsstränge entwirren und denen das Kunststück gelingt, mit tiefschwarzen Humor Licht ins Dunkel unserer Existenz zu bringen. In Ship Ahoy, dem jüngsten Werk des Briten Tim Binding, reist der Held Al Greenwood gemeinsam mit seiner Partnerin Emily Prosser an Bord eines Kreuzfahrtschiffes namens Lady Di. Das Paar hat sich im Knast kennengelernt: Er saß wegen Mordes, sie war dort seine Kunstlehrerin. Nun geben beide Kunstunterricht auf hoher See. Sowas kann ja nicht gutgehen. Vielmehr geht es richtig schön britisch schief: Greenwood befördert während einer Skulptur-Stunde an Deck der Lady Di eine andere Lady über Bord – mit einer Motorsäge! Zwar kann der Frau geholfen werden, aber damit gehen für Greenwood die Probleme erst richtig los. Das gerettete Motorsägen-Opfer stellt Greenwood vor die Wahl: Entweder verklagt sie ihn, oder er killt ihren verhassten Gatten. Ship Ahoy, im August 2012 erschienen, ist nach Cliffhanger und Fischnapping das dritte Buch von Binding, in dem Greenwood und seine von bizarren Charakteren bevölkerte Welt die Hauptrolle spielen. „Allmählich wachsen einem diese verkorksten Figuren sogar mehr ans Herz als viele Protagonisten der angestrengten Summa-cum-laude-Prosa“, schrieb das Feuilleton der FAZ – uns geht es genauso.

Ship Ahoy

Christian Richard Gülde

Magister der Philosophie, Sprachwissenschaft und Literatur. Berufserfahrung als wissenschaftlicher Autor, Redakteur und Kommunikationsberater. Erfolgreich tätig für IT- und Handels-Unternehmen, NPOs, Buchverlage, Magazine, Tageszeitungen und Online-Medien. Seit fast 20 Jahren dem Rätsel Kommunikation auf der Spur. Weitere Schwerpunkte: Maritime Wirtschaft, Health, Wirtschaft & IT.